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Scharfe Augen - Spitze Zähne
Paläontologie · Niedersächsisches Landesmuseum Hannover
Ein stereoskopisches
Abenteuer für die Dauerausstellung
Ein T-rex Schädel in der Dauerausstellung braucht keinen Kommentar. Er braucht Kontext. Nartillus entwickelte gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesmuseum Hannover einen stereoskopischen Animationsfilm, der zwei Merkmale des Tyrannosaurus rex sichtbar macht, die der Schädel selbst trägt: sein stereoskopisches Sehvermögen und den lebenslangen Zahnwechsel. Nach dem Film kann der Besucher an den Schädel zurücktreten und sehen, was er vorher übersehen hat. Exponat und Animation bilden eine Einheit.
Ausgangspunkt
Allein im Museum.
Der T-rex-Schädel im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover ist ein Ausstellungsstück von erheblichem Gewicht. Er stand allerdings allein: kein Kontext, kein Narrativ, ein Informationsschild auf Bodenhöhe, das kaum jemand las. Das Exponat erklärte sich nicht selbst.
Der Schädel eines Tyrannosaurus Rex.
Wissenschaft & visuelle Kommunikation
Nartillus als Knotenpunkt.
Nartillus entwickelte gemeinsam mit dem Museum einen Erklärfilm, der direkt mit dem Schädel zusammenarbeitet. Im Fokus standen zwei Merkmale, die am Schädel selbst ablesbar sind: das stereoskopische Sehvermögen und der lebenslange Zahnwechsel. Beides entscheidet über Leben und Tod bei der Jagd.
Der konzeptionelle Ansatz war deshalb eine Jagdszene. Sie schafft den dramaturgischen Rahmen, in dem beide Merkmale nicht nur erklärt, sondern auch erlebt werden.
Nartillus Team mit Paleontologen am Tisch in einer Beschprechung über die Konzeptiern der Dinosaurier 3D Animation für das Landesmuseum Hannover
Die stereoskopische Wirkung entsteht durch zwei Kameraperspektiven: eine für jedes Auge. Dieser technische Mehraufwand ist der Schlüssel zum Verständnis: Nur so entsteht ein räumlicher Eindruck, der den Betrachter in das Geschehen eindringen lässt und den Effekt durch sich selbst erklärt.
Wie lässt sich Stereoskopie besser erklären als mit Stereoskopie?
Der 3D-Brillen-Effekt
Lebenslanger Zahnwechsel
Einblick in den Schädel
Um das Wachstum der Nachrückerzähne in den Kiefern anschaulich darzustellen, war es unumgänglich, einen Blick in das Innere des Sauriers zu werfen. Die Konstruktion eines Skeletts für den T-Rex und die Entwicklung eines ansehlichen Röntgen-Looks verleihen dem Film eine zusätzliche Dimension.
– Animation

In Bewegung

Lauf Dino, lauf!
Die Rekonstruktion des Laufverhaltens basiert auf zwei Quellen: der Analyse versteinerter Fußabdrücke und vergleichenden Bewegungsstudien an rezenten Laufvögeln — den nächsten lebenden Verwandten des Tyrannosaurus rex.
Beschreibung A
Beschreibung B
Diese Daten bildeten die wissenschaftliche Grundlage für die Animationsarbeit. Technisch beginnt jede Charakteranimation mit dem Aufbau eines virtuellen Skeletts. Einem hierarchischen Rig, das Gelenke und Bewegungsachsen definiert. Erst dieses System erlaubt es, Bewegungsabläufe in biomechanisch plausible Teilbewegungen zu zerlegen und präzise aufzubauen.
– Postproduktion

Bedrohliche Kulisse

Das Raubtier bekommt seine Beute.
Die Kreidezeit kannte keine Gnade. Licht, Farben und Sound sind auf eine einzige dramaturgische Aussage ausgerichtet: Das Raubtier bekommt seine Beute.
Die Rekonstruktion des Laufverhaltens basiert auf zwei Quellen: der Analyse versteinerter Fußabdrücke und vergleichenden Bewegungsstudien an rezenten Laufvögeln — den nächsten lebenden Verwandten des Tyrannosaurus rex. Diese Daten bildeten die wissenschaftliche Grundlage für die Animationsarbeit. Technisch beginnt jede Charakteranimation mit dem Aufbau eines virtuellen Skeletts. Einem hierarchischen Rig, das Gelenke und Bewegungsachsen definiert. Erst dieses System erlaubt es, Bewegungsabläufe in biomechanisch plausible Teilbewegungen zu zerlegen und präzise aufzubauen.
– Installation

Im Kasten

Sägen, schrauben, löten. Jetzt wird's real.

Umsetzung

Die Installation ist ein Gemeinschaftswerk der museumsinternen Tischlerei und externer Experten. Während der massive Kastenbau und die bedrohlich wirkenden, zugespitzten Palisadenpfähle im Haus gefertigt wurden, stammt der imposante T-Rex-Kopf aus dem Dinosaurierpark Münchehagen. Die zugespitzte Holzkonstruktion symbolisiert einen abschreckenden Schutzzaun und inszeniert den Raubsaurier als gefährlichen Blickfang, der die Besuchenden gleichermaßen anzieht wie warnt.
Installation steht und begeistert!
Heute ist das Exponat als fest installierte Dauerinstallation aus dem Landesmuseum Hannover nicht mehr wegzudenken und begeistert täglich ein großes Publikum. Die Animation liefert den entscheidenden Kontext für den T-Rex-Schädel, der zuvor isoliert blieb.
Durch die Verbindung von physischer Präsenz und moderner Technik bilden Exponat und Animation nun eine untrennbare Einheit. Die Besucher erleben den Koloss in beeindruckendem 3D, wodurch Merkmale wie das stereoskopische Sehvermögen und der Zahnwechsel (be)greifbar werden.
Nartillus präsentierte das Projekt in einigen Fachvorträgen vor Wissenschaftlern und Designern. Beiden gemeinsam war das Interesse an der Frage, wie wissenschaftliche Präzision und gestalterische Prinzipien zusammenfinden. Die stereoskopische Umsetzung war für das technische und gestalterische Fachpublikum von besonderem Gewicht: ein Verfahren, das zu diesem Zeitpunkt im Kontext wissenschaftlicher Museumsfilme kaum erprobt war.